Wie muss eine Organisation strukturiert sein, damit eine Methode der Selbstorganisation wie Holacracy optimal funktionieren kann? ⚙
Wie stellt man sicher, dass alle notwendigen organisationalen Funktionen abgebildet sind, die ein System langfristig lebensfähig machen? 🌱
Gibt es da allgemeine Prinzipien, an denen man sich orientieren kann? 🤔
Das sind Fragen, die ich seit einiger Zeit im freundlich kollegialen Austausch mit Heiko Veit erkunde. Heiko ist Berater und Autor des Buches “Integrale Organisationsentwicklung”.
Ein lebensfähiges System
Von ihm habe ich auch die Inspiration erhalten, mich mal tiefer mit dem Viable System Model (VSM) zu beschäftigen, das der Kybernetiker Stafford Beer entwickelt hat. 💡
Es destilliert wichtige Erkenntnisse aus der Systemtheorie darüber, welche Komponenten, Strukturen und Prinzipien jegliches lebensfähige System benötigt. Es ist ein universell einsetzbares Modell, das für alle Arten von Systemen aussagekräftig ist – somit auch, um mögliche Schwachstellen im Organisationsdesign frühzeitig erkennen zu können.
Design oder Emergenz?
Holacracy macht grundsätzlich keine normative Aussagen darüber, welches Organisationsdesign “besser” oder “schlechter” ist, sondern setzt stattdessen auf einen Ansatz des
✅ emergenten Designs, basierend auf der kontinuierlichen Verarbeitung von Spannungen.
❌ Bewusstes “Design” der Struktur aus einer vermeintlich übergeordneten Perspektive ist eher verpönt.
Im Gegensatz dazu können die universalen Prinzipien des VSM durchaus darüber Auskunft geben, ob man alle notwendigen Komponenten eines lebensfähigen Systems und die dazugehörigen Kommunikationskanäle abgebildet hat und ob sie im richtigen Verhältnis zueinander stehen. Aus Sicht des VSM kann man also sagen, dass eine Organisation die ‘falschen’ Spannungen bearbeitet, wenn ihre Struktur schlecht designt ist. 🔎
Anstatt darauf zu warten, dass sich die Spannungen manifestieren, die sich früher oder später zwangsläufig aus einem schlechten Organisations-Design ergeben und dann relativ blind mit alternativen Zuschnitten zu experimentieren (was oft Unruhe in die Organisation bringt), besteht hier die Aussicht, dass man modellgeleitet schneller zu einer effektiven Änderung kommt, die die Organisation wirklich voranbringt. 🚀
➡️ Hier kann das VSM eine wichtige Lücke schließen, weil es einem ermöglicht, schneller die „richtigen“ Spannungen zu identifizieren. Manche Arten von Spannungen sollte man nicht auf der Symptomebene angehen, sondern vielmehr die Ursache dahinter auflösen.
Was ergibt sich daraus?
Eine VSM-„Governance App“ für holakratische Organisationen
Heiko und ich haben eine mögliche VSM-“Governance-App” für holakratische Organisationen diskutiert. So könnten wesentliche Prinzipien direkt in der Struktur abgebildet werden.
Was denkst du über die richtige Balance zwischen Emergenz und Modellierung von Organisationsstrukturen?
Ist das eine Polarität, die deine Organisation bewusst managt und wenn ja, wie?
⬇️ Schreib es unten in die Kommentare ✍️





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